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Die Unterbringung
Der Käfig sollte, um den Bewegungsdrang gerecht zu werden, Grundmaße von 120x50x100 cm (BxTxH) besitzen. Die Maße beziehen sich auf ein Degupärchen und müssen bei der Haltung von mehr Degus angepasst werden. Das sind aber absolute Mindestanforderungen! Wobei ich empfehle, keine handelsüblichen Käfige zu verwenden, denn der Plastikboden ist sehr schnell druchnagt und in den Gittern verfangen sich schnell die kleinen Füße der Degus, was zu Verletzungen führt. Besser ist es ein Terrarium zu verwenden, welches aber in der benötigten Größe recht teuer ist. Verwenden sie keinen Käfig oder Terrarium bei welchem von oben hereingegriffen wird, denn die von oben eingreifende Hand erinnert die Degus an einen Greifvogel und löst einen natürlichen Fluchtinstinkt aus. Aber es gibt ja immer noch den Eigenbau eines Terrariums der nicht kompliziert ist, von jedem durchgeführt werden kann und Kosten von ca. 25 Euro verursacht. Hier eine Anleitung:
Terrariumbau - Anleitung
Material:
- einen alten Schrank oder 4 Bretter mit den entsprechenden Maßen - 2 Lüftungsgitter (alles was stabil ist) in den Maßen (ca.) 4x45 cm (BxL), evtl. kann gekürzt werden. - Grundierung (Wasserstop) - Fliesen und Kleber - 2 Scheiben, mindestens 4 mm dick mit geglätteten Kanten - 2 Führungsschienen in denen beide Scheiben nebeneinander passen (U-Profil)
Anleitung:
Entferne die Türen und Einlegeböden und eventuelle Trennwände von dem Schrankteil (oder baue Dir einen Holzkasten). Dann müssen 2 Aussparungen für die Lüftungsgitter gesägt werden (also die Maße der Lüftungsgitter verwenden). Beachten musst Du, das sich die Lüftungsgitter nicht auf der selben Höhe befinden sollten, denn ein Luftaustausch (leichter Durchzug) ist nur möglich, wenn ein Höhenunterschied von mindestens 4 cm eingehalten wird. Dann den Schrank auf die Rückseite legen und die Innenseiten mit der wasserstoppenden Grundierung versiegeln. Alle Innenseiten mit Fliesen bekleben und Platz für die Fugen lassen. Die Fugen werden dann mit Silikon abgedichtet, um das Einsickern von Urin zu vermeiden. Diese Fugen müssen alle 2 bis 3 Jahre oder wenn Beschädigungen zu sehen sind erneuert werden. Die 2 Führungsschienen oben und unten anbringen, so das die Scheiben problemlos darin gleiten können. Fertig!
Futter und Einstreu
Als Grundnahrung dient Heu, welches gleichzeitig den Tieren zum Wühlen und Bauen von kleinen Nestern dient. Als Einstreu wird Holzspäne oder Stroh verwendet und die Degus lieben es hin und wieder in Vogelsand ihr Fell zu Pflegen und sich darin zu wälzen. Als Futter kann fertiges Kaninchen- oder Mehrschweinchenfutter verwendet werden. Bei den Fertigprodukten muss aber darauf geachtet werden, dass kein Zucker verarbeitet und enthalten ist.
Ansonsten füttere ich Brot, Nudeln, Haferflocken, Kartoffeln, Möhren, Tomaten, Gurken, Salat, Blätter, Nüsse und eben alles was kein Zucker enthält, also keine Birnen, Äpfel und dergleichen! Die Tiere haben eine Veranlagung an Diabetes zu erkranken. Dies ist ein spezifisches Deguproblem und bei einer Erkrankung trüben sich die Augen, die Tiere werden allmählich blind und sterben. Tritt ein Diabetesfall in einer Zucht auf, vererbt er sich häufig weiter.
Ansonsten Nagen die Degus gern an Ästen und schärfen so ihre Zähne, gleichzeitig dienen sie einer Klettermöglichkeit.
Freilauf der Degus
Degus können sie nicht ohne besondere Vorkehrungen in der Wohnung frei laufen lassen, denn sie nagen sich durch alles hindurch und sie werden es nicht schaffen mehrere Degus gleichzeitig im Blick zu haben. Sie nagen auch gerne mal ein Kabel durch und das ist nun potentiell gefährlich. Eine Möglichkeit zum Freilauf bietet ein gegen Flucht geschützter Balkon. So befindet sich auf meinen Balkon nicht die geringste Möglichkeit irgendwo hindurch zu schlüpfen und ich lasse die Tiere bei schönen Wetter darauf herumtollen. Dort habe ich auch ein altes Terrarium mit Sand gefüllt und die Degus nutzen die Möglichkeit gerne um sich Tunnel und Burgen zu bauen. Achtung: Degus können trotz ihres kleinen Körpers erstaunlich weit und hoch springen. Ich habe einen Angstsprung von über einen Meter miterlebt!
Degus und Kinder
Degus eignen sich nicht als Streicheltier, da selbst zahme Tiere ihren natürlichen Fluchtinstinkt nicht verlernt haben und es zu Situationen kommen kann, zum Beispiel wenn sich das Degu erschreckt, dass sich die scharfen Krallen in die zarte Kinderhaut bohren. Übrigens bekunden Degus ihr Zutrauen in dem sie den Nacken des anderen Degus oder eben die Menschenhand beknabbern. Da jedoch Degufell und Menschenhand nicht das Gleiche sind, kann es schon mal zu schmerzhaften Erfahrungen kommen. Wenn Ihr Kind aber schon das nötige Verantwortungbewusstsein besitzt und Gedult mit der Eingewöhnungsphase der Degus hat, dann spricht sicher nichts dagegen. Insbesondere bei der Eingewöhnung der Degus an ihr neues Zuhause, was einige Wochen dauern kann, sollte Ihr Kind nur wenn nötig an den Käfig gehen.
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